Umweltbaubegleitung und Fachbauleitung für den Baumschutz

Die Umweltbaubegleitung (UBB) beinhaltet die vom Büro Beierbach seit Jahren erfolgreich praktizierte ökologische Baubegleitung und die Fachbauleitung für den Baumschutz. Sie hat sich bei Bauprojekten zu einem wichtigen Planungs- und Überwachungsinstrument entwickelt. Die Fachbauleitung für den Baumschutz wird bei Baumaßnahmen in der Freien und Hansestadt Hamburg zunehmend gefordert und beinhaltet den Teilaspekt Baumschutz. Die Umweltbaubegleitung umfasst die Vermeidung und Minderung bau- und betriebsbedingter Auswirkungen auf Tiere, Pflanzen, Boden, Wasser, Klima, Luft, Kulturschätze, Menschen und das Stadt- bzw. Landschaftsbild.

Als Umweltbaubegleiter sorge ich dafür, dass die Belange des Umwelt-, Natur- und Baumschutzes im Rahmen der Umsetzung eines Bauvorhabens beachtet und umgesetzt werden.


Erfolgreich wurde die Umweltbaubegleitung und Fachbauleitung für den Baumschutz im Rahmen der Liegenschaftserschließung eines Bundeswehrstandortes umgesetzt. Es waren Abbruch- und Tiefbauarbeiten im Bereich eines waldparkartigen besonders bedeutenden Stieleichenbestandes durchzuführen.

Da der geplante Abstand der Verkehrswege- und Leitungstrassen 2-3 m vom Stammfuß der Bäume entfernt war und der nach DIN 18920 einzuhaltende Mindestabstand zum Schutz von Bäumen bei Baumaßnahmen nicht eingehalten wurde, waren Wurzelschäden zu prognostizieren. Da der Leitungsneubau in offener Bauweise erfolgen musste, bestand ein hohes Konfliktpotential in Bezug auf den geschützten, wertvollen Baumbestand. Um die Eingriffsintensität abzuschätzen, wurden Voruntersuchungen veranlasst, die gemäß DIN 18920 Schutz von Bäumen, Pflanzenbeständen und Vegetationsflächen bei Baumaßnahmen – und RAS-LP 4 zur Prüfung durchzuführen sind. Es wurden Suchschachtungen an der geplanten Trassenaußenseite durchgeführt, um anhand der Wurzelvorkommen und Wurzelverläufe Ergebnisse aus den Auswirkungen auf die Bäume (Vitalität, Statik, Verkehrssicherheit) hinsichtlich des Baumerhalts und der landschaftspflegerischen Begleitmaßnahmen abzuleiten. Die Wurzelsuchgräben wurden in Handarbeit unter Erhalt der kreuzenden Wurzeln hergestellt, da das Absaugverfahren wegen Kampfmittelverdacht und Bauschutt nicht anwendbar war. Des Weiteren wurde eine artenschutzrechtliche Expertise erarbeitet, da Astlöcher und Höhlen im Altbaumbestand potentielle Lebensräume geschützter Tierarten sind, wie Fledermäuse, Eulen, Spechte, Eichhörnchen u.a. Als Ergebnis war festzustellen, dass die Bäume durch eine Planungsanpassung der geplanten Straße im Hocheinbau mit wasserdurchlässigen Baustoffen wie Natursteinschotter und Dränasphalt, einer Verlegung der Leitungstrasse sowie begleitenden baumpflegerische Maßnahmen wie Wurzelvorhang gemäß DIN 18920, RAS-LP 4 und ZTV-Baumpflege, Baumschutzzaun, Zusatzbewässerung und Kronenpflege erhalten werden konnten.

 

Da die Planungsempfehlungen vom Bauträger eins zu eins umgesetzt wurden und die Baumaßnahme durch Herrn Beierbach kontinuierlich begleitet wurde, konnten alle Bäume erhalten werden. Auch Beeinträchtigungen geschützter Tierarten wurden durch die Umweltbaubegleitung vermieden. Ohne diese planerische, beratende und überwachende Tätigkeit wären einige der 200 jährigen Alteichen dem Wege- und Leitungsbau zum Opfer gefallen.